Nackarinseln

Neckarinsel

Phase 1: entdecken

Die Zukunft liegt am Neckar. Bis jetzt kaum entdeckt zwischen Stuttgart und Bad Cannstatt bietet die Neckarinsel den Anfang für einen Aufbruch zum Fluss. Als Experimentier- und Entdeckungsraum von urbanem Gewässer öffnet die Insel Allen einen Ort für gemeinsame Aktionen und radikal-positive Zukunftsideen.

Neckarinsel Karte

Versteckt an der Schnittstelle zwischen Bad Cannstatt und der Stuttgarter Innenstadt liegt die Mittelmole Bad Cannstatt. Sie ist Betriebsfläche der Bundesschifffahrtsstraße Neckar. Die durch Betonmauern gefasste Mole bildet ein grünes Inselidyll im Neckar zwischen Schleuse und Wasserkraftwerk. Hier prallen Geschichte, Kultur, Freizeit und Infrastruktur aufeinander - Schiffe werden geschleust, Energie erzeugt, Bundesstraßen und Bahntrassen halten den Ort in ständigem Fluss, der Schlossgarten und der Rosensteinpark bilden das angrenzende Grün und die Wilhelma, der Cannstatter Wasen, die Cannstatter Altstadt, die Hall of Fame sowie die Mineralbädern ermöglichen verschiedenste Freizeitangebote.

Der Zugang zur Insel befindet sich an der Schleuse Bad-Cannstatt entlang der Neckar Fahrradroute – wenige Meter von der U-Bahnhaltestelle Mercedesstraße entfernt. Aktuelle Öffnungszeiten sind auf der Website, im Mail-Newsletter sowie am kleinen Tor der Schleuse zu finden. Da der Schleusenbereich seine Gefahren birgt, ist ein Besuch der Insel nur zu den Öffnungszeiten möglich.

Wir sind eine interdisziplinäre Initiative, die zum Ziel hat die Zukunft einer lebenswerten Stadt am Fluss mitzugestalten. Unsere Initiative ist gefördert bis 2024 im Rahmen des Förderprogramms Nationale Stadtentwicklungspolitik des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI), sowie Bundesministeriums für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). In diesem Rahmen kooperieren wir mit dem Bundesschifffahrtsamt, dem BBSR, Verband Region Stuttgart und der IBA‘27. Das Projekt wurde initiiert von Stadtlücken e.V. und wird koordiniert durch die Agency Apéro GbR.

Ziel

In Stuttgart sehen wir das ungenutzte Potenzial des Neckars – dieses muss in das Bewusstsein der Stuttgarter*innen rücken. Durch die Neckarinsel als Pionierort wird ein Leben am Fluss erlebbar. Gezielte Aktionen und Interventionen auf und um die Insel fördern Raum für Austausch, Bildung, Erlebnis und Kultur rund um die Thematik urbaner Gewässer für eine kooperative, nachhaltige und radikal-positive Neugestaltung des Neckars.

Verschiedene Formate für Anwohner*innen, Kinder und Jugendliche, planende Akteure und allen Interessierten bieten Zugang zum Fluss für Alle. Durch beispielsweise monatliche Inselführungen, das Einrichten einer öffentlichen Messstation der Wasserqualität, einer jährlichen Inselwoche mit Vorträgen und Entdeckungstouren der Biodiversität im Neckar entsteht ein Ort der Wissensvermittlung und -produktion. Um einen Perspektivwechsel auf unseren Umgang mit der Ressource Wasser und urbane Gewässer zu stärken, bilden verschiedene Kooperationen aus Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen sowie weiteren Initiativen die Grundlage für ein interdisziplinäres Wasserlabor am Neckar.

Als Treffpunkt direkt am Wasser und durch eine digital, analoge Vernetzung von Wissen und Mensch wollen wir ein starkes Neckar-Netzwerk sowie Kooperationen fördern. Bestehende Initiativen und Akteure am Neckar erhalten somit eine Plattform.

Neckarinsel Karte

Solche großen Ziele erreicht man nicht allein. Daher freuen wir uns über alle Beteiligung und Unterstützung – ob als aktive Mitgestalter*in, Wissensgeber*in, Kooperationspartner*in, oder Förderer*in. Wir sind offen für Anregungen, Anfragen und neue Ideen.

Mitgestalten

Du möchtest aktiv mitgestalten oder kennst dich bestens aus mit dem Neckar? - Das ehrenamtliche Engagement bildet die Basis des Projekts. Im Rahmen der Neckarinsel kann jede*r die eigene Neugier und Lust am Fluss entdecken und aktiv Formate mitgestalten. Als Team treffen wir uns regelmäßig, um vom Planen und Denken in das gemeinsame Machen und Experimentieren zu kommen. Damit das Neckar Institut weiter mit Wissen gefüllt werden kann, ist jeder Beitrag wertvoll.

Netzwerken

Sie sind auf die eine oder andere Art bereits am Neckar aktiv, z.B. als Anrainer*in, Planer*in oder mit einer anderen Initiative? Wir sehen unser Ziel darin, Interessen um den Fluss zu vereinen und zu vernetzen und möchten gerne mit Ihnen in Austausch treten, um gemeinsam Synergien zu finden.

Sie sehen Potenzial für eine Kooperation mit Ihrer Lehrinstitution, Kulturinstitution/-initative, Ihrem Forschungsprojekt, etc.? Oder du hast eine Idee, wie deine Abschlussarbeit Teil des Projekts Neckarinsel werden kann? Mit unserem Ziel, die Neckarinsel als Experimentier- und Entdeckungsort von Wissen, Erlebnis und Kultur zu öffnen, möchten wir diesen Möglichkeitsraum der Insel im Fluss mit möglichst vielen teilen.

Fördern

Sie wünschen sich auch die Stadt am Fluss und wollen ehrenamtliches Engagement unterstützen? Wir freuen uns über Spenden, die direkt in den Ort und die Projekte fließen. Falls Sie etwas ganz bestimmtes fördern möchten, wenden Sie sich gerne auch an uns.

Aktuelle
Infos

Das Projekt entwickelt sich ständig weiter. Aktuelles kann über Instagram (@neckarinsel_stuttgart), Facebook (@neckarinsel) oder den Newsletter mitverfolgt werden.

Kontakt

Damit wir realistische und zukunftsweisende Strategien zur Umgestaltung des Neckars diskutieren können, braucht es eine gemeinsame Wissensbasis. Im Neckar Institut gibt es die Möglichkeit sich zu informieren sowie neues Wissen rund um den Fluss hinzufügen oder zu generieren. Einen kleinen Einblick über die verschiedenen Themen und ihre Ko-Abhängigkeit gibt das folgende Basiswissen.

Das Wasser als unsere Lebensgrundlage begleitet uns tagtäglich, bleibt in der Wahrnehmung der westlichen Gesellschaft jedoch überwiegend unbeachtet. Durch versteckte Leitungen, Wassertanks, Kanäle und Kläranlagen findet es seinen Weg in unsere Flüsse, die wiederum hauptsächlich als Infrastruktur gedacht und genutzt werden. Die Klimakrise als Reaktion dieser artifiziellen Lebensweise des Menschen wirkt sich bedrohlich auf die bestehenden Wasserkreisläufe aus und erfordert ein schnelles sowie kollektives Handeln. Durch die Unsichtbarkeit des wertvollen Süßwassers besteht jedoch eine Diskrepanz zwischen dem Wert dieser Ressource und dem kollektiven Bewusstsein dafür.

Ressource
Wasser

Das Wasser ist eine unersetzbare Ressource für das Leben auf dem Planeten Erde und somit die wertvollste für den Menschen. Nur 1% des Wassers auf dem Blauen Planeten steht als Frischwasser zur Verfügung, das meiste davon befindet sich im Erdboden.[1] Einen weiteren Anteil des Frischwassers befördern Flüsse. Gleichzeitig bieten diese, wie viele Ökosysteme, eine Vielzahl von natürlichen Leistungen, die für den Menschen sowie für die gesamte Flora und Fauna essentiell sind. Angefangen bei den Basisleistungen der Bodenbildung, der Nährstoffkreisläufe, der Produktion von Sauerstoff und dem Habitat für jegliches Leben (Tiere, Pflanzen, Pilze, Protisten, Mikroorganismen) erbringen Flüsse einen großen Beitrag zu den Kreisläufen der Erde, von welchen auch die Wasserqualität stark abhängig ist.[2]

Fluss
Neckar

Für den Menschen war seit jeher deshalb das Ansiedeln an Flüssen von Vorteil.[3] So auch in der Region Stuttgart - das Neckartal gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten in Mitteleuropa. Schon vor mehr als 6000 Jahren lebten hier Menschen. Der Neckar war Trinkwasserversorger, bot Bewässerung für die Landwirtschaft und sorgte für eine frühe industrielle Entwicklung der Region durch die Nutzung der Wasserkraft und das Floßen bestimmter Gewerbe.[4] Der 367 km lange Fluss fließt quer durch Baden-Württemberg - von seiner Quelle aus dem Schwarzwald, über Stuttgart bis er in Mannheim in den Rhein mündet.[5]

Nutzbarmachung

Der natürliche Lauf des wilden Flusses (Bedeutung des Namen Neckar) veränderte sich über die Jahrzehnte immer wieder. Um sich vor Hochwasser zu schützen und bessere Bedingungen zu schaffen, griffen die Menschen schon früh in das Flussbett ein: Teilabschnitte wurden begradigt, der Fluss umgeleitet und Wehre errichtet.[6] Mit dem Ausbau zur Großschifffahrtsstraße wurde der Gütertransport und Handel angekurbelt.[7] Die Großindustrie etablierte sich und legte den Grundstein für den heutigen Wohlstand in der Region. Bis heute nutzt die Industrie das Neckarwasser als Kühlwassermittel für Kraftwerke sowie den An- & Abtransport von Gütern.[8] Während die Nutzung für Trinkwasser früh nicht mehr möglich war, dient der Neckar immer noch als Vorfluter für seinen gesamten Einzugsbereich, das umfasst circa 16 Millionen Menschen sowie deren Abtransport von geklärtem Abwasser.[9] Der Mensch hat den Neckar so weit überbaut und begradigt, dass er heute mehr Infrastruktur als natürlicher Lebensraum ist. Als dieses menschengemachte Bauwerk wurde der Neckarkanal in seiner Gesamtheit zum Kulturdenkmal ernannt.[10]

Akteure

Besitz und Zuständigkeiten sowie die Nutzung rund um den Neckar sind bedingt durch die historisch gewachsene Struktur, die den Rahmen für das heutige Bild des Flusses bilden. Als Bundesschifffartsstraße gehört er mitsamt den Uferkanten dem Bund und wird von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung betrieben. Bundesstraßen wurden topografisch und logistisch geschickt an die Uferkanten geführt und unterliegen ebenfalls dem Betrieb des Bundes.[11] Auch die Deutsche Bahn kreuzt den Neckar und hat damit Besitz und Rechte am und über den Fluss.[12] In Stuttgart gehören die zentral gelegene Wasenfläche, die Schleyerhalle und die Porsche-Arena zur Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft mbH & Co. KG (Ein 2005 gegründetes Unternehmen der Stadt, das alle städtischen Großveranstaltungen und Veranstaltungsflächen in einer Gesellschaft vereint).[13] Der Stuttgarter Hafen ist ebenfalls in Besitz einer Beteiligungsgesellschaft (Hafen Stuttgart GmbH) der Landeshauptstadt Stuttgart.[14] Die EnBW ist einer der größten Privatakteure am Neckar. Die vielen früher energetisch genutzten Flächen der EnbW werden zu weiten Teilen durch die Aktiengesellschaft in den nächsten Jahren selbst städtebaulich entwickelt.[15] Zudem besitzt die EnBW bis 2034 auch die Wasserrechte des Neckars zur Verstromung.[16] Der Stern von Mercedes Benz leuchtet über dem Neckar in Untertürkheim - das Unternehmen besitzt ebenfalls einen Großteil der Neckaruferflächen. Hinzu kommt die Teststrecke zwischen dem Wasen und dem Hafen, diese wurde über Erbpacht von der Stadt Stuttgart an den Automobilkonzerns vergeben. Der derzeit gültige Vertrag läuft 2030 aus.[17] Die Flächen über die die Stadt direkt verfügen kann sind wenige und auch hier sind viele Akteure Beteiligt. Der Stuttgarter Gemeinderat und die Bezirksbeiräte haben politische Entscheidungshoheit. Für das Planen, Ausführen und Bewirtschaften sind verschiedenste Ämter zuständig. Das Stadtplanungsamt entwickelt Pläne und beauftragt Planungsbüros zur Umsetzung. Das Amt für Umweltschutz und Amt für Denkmalschutz haben ein Mitspracherecht um Natur- und Wasserschutz und den Erhalt des Kulturdenkmals Neckars zu überwachen. Die Bewirtschaftung, also das Hausrecht liegt meist beim Tiefbauamt oder Garten, Grün und Forstamt. Der Neckar dient auch der Stadtentwässerung. Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart (SES) angegliedert am Tiefbauamt ist somit ein weiterer Akteur am Fluss. Die Wasserqualität und den Schutz der Heilquellen überwacht und organisiert das Regierungspräsidium Stuttgart und die Landesgesundheitsbehörde.[18] Zwischen Stadt und Land ist der Verband Region Stuttgart ein weiterer politisch agierender Akteur, der regionale Renaturierungs- und Aufwertungsprojekte vorantreibt.[19] Neben diesen großen bzw. institutionellen Akteuren prägen, gestalten und nutzen auch eine Vielzahl an Kleingewerben, Gastronom*innen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen wie Vereine und Initiativen den Neckar und seine Ufer. [a]

Schifffahrt

Schon im 7. Jahrhundert wurde auf dem Neckar Handelsschifffahrt betrieben. Über Jahrhunderte war er die wirtschaftliche Lebensader der Region. Der Transport von Gütern erfolgte mit Flößen, später mit Treidelschiffen bis die Eisenbahn kam.[20] Um dem entgegenzusetzen wurde 1921 die Neckar AG mit dem Geschäftszweck des Ausbau des Neckars von Mannheim bis Plochingen gegründet. Insgesamt 27 Schleusen machen die Strecke über 203 km Länge und einer Fallhöhe von 160 m bis heute schiffbar. Im Jahre 1958 wurde der Stuttgarter und 1968 als Endpunkt der Plochinger Hafen eingeweiht. Gleichzeitig wuchsen explosionsartig Siedlungen in der Region und Weltunternehmen mit Industriestandort in Stuttgart schufen den heutigen Wohlstand sowie das heutige Bild der Stadt.[21] Während der globale Handel steigt, stagniert die Schifffahrt als einst so treibender Entwicklungsfaktor. Der steigende Güterverkehr schlägt sich durch LKWs auf unseren Autobahnen nieder - freie Bahn auf dem Fluss.[22] Der Neckar kann heute mit Schiffen bis 105 Meter Länge befahren werden. Um den Anschluss an den globalen Handel wieder zu finden, werden die Schleusen des Neckars in den kommenden Jahren auf die Beschiffung von 135-Meter-Schiffen ausgebaut.[23] Das Schiff als effizientes Transportmittel hat neben dem Schienenverkehr das Potenzial zum nachhaltigeren Langstreckenmobiltätsträger.[24]

Wasserkraft

Seit der Industriellen Revolution wuchs die Weltbevölkerung stetig und somit dessen Energiebedarf.[25] Um dieser Nachfrage nach zukommen wurde ab dem 20. Jahrhundert der Neckar zur Energiegewinnung mittels Wasserkraft umgebaut.[26] Die Wasserkraft deren Wehre zusammen mit den Schleusen der Großschifffahrtsstraße wurden Sinnbild für damalige technische und nachhaltige Innovation. Diese enormen, strukturellen und baulichen Eingriffe veränderten den Fluss und seinen natürlichen Fähigkeiten.[27] Das Habitat für Millionen von Tieren verschwand langsam und das selbstreinigende Potenzial des Flusses wurde stark minimiert.[28] Mit der Verstromung des Wassers wurde dem Fluss ein neuer, monetärer Wert gegeben. Die Wehre teilen den Neckar in riesige Badewannen, Stauen ihn auf und maximieren den Durchfluss der Turbinen.[29] Fast ein Jahrhundert nach der Innovation entsprechen alle Wehr- und Wasserkraftanlagen am Fluss nicht mehr den geltenden europäischen Rahmenrichtlinien (WRRL) und müssen umfangreich saniert werden.[30] Trotz der vollständigen Verstromung des Neckars stellt dieser nur noch ein relativ geringen Anteil der Landesversorgung an Energie. In Hinsicht auf den immer weiter steigenden Strombedarf, kann die Wasserkraft in Baden-Württemberg nicht mehr unterstützen.[31] Die auslaufenden Erbpachtverträge aller Wehr- & Kraftwerksanlagen am Neckar im Jahr 2034 öffnen daher neue Möglichkeitsräume für den Fluss.[32]

Ökologie

Der Fluss als Ökosystem bietet eine Vielzahl von natürlichen Leistungen, die für den Menschen sowie für die gesamte Flora und Fauna essentiell sind. Angefangen bei den Basisleistungen der Bodenbildung, der Nährstoffkreisläufe, der Primärproduktion von Sauerstoff und dem Habitat für Pflanzen und Tiere erbringt der Fluss einen großen Beitrag zu unseren natürlichen Zyklen, von welchen zu großen Teilen die Wasserqualität abhängt. Zudem sorgt der Fluss für Trinkwasser, hilft bei der Produktion von Nahrungsmitteln und Holz.[33] Ohne das Eingreifen des Menschen in den Flusslauf besitzen Fließgewässer eine regulierende Wirkung bei Hochwassern, Schadstoffen und Treibhausgasen und haben damit einen positiven Einfluss auf das Stadtklima und den Stand des Grundwasser.[34] Der Neckar als nutzbar gemachtes Instrument für Gesellschaft, Industrie und Energiewirtschaft hat jedoch nur noch einen Bruchteil seiner natürlichen Fähigkeiten. Aufgestaut, belastet durch Verschmutzung und Temperaturanstieg wird dem Fluss seine selbstreinigende Kraft genommen.[35] Fehlende Klärstufen überlasten das Gewässer mit Spurenstoffen aus Arzneimitteln oder Medikamenten.[36] Die industrielle Nutzung von Flusswasser wie zum Beispiel zur Kühlung von Kraftwerken verändern den Sauerstoffgehalt, erhöhen das Temperaturmittel im Fluss und somit dessen Verdunstungsgrad. Infrastrukturelle Eingriffe zur Energiegewinnung oder Schiffbarmachung lassen Lebensräume für Fische und andere Flussanrainer auf unbestimmte Zeit verschwinden.[37] Auf direktem oder indirektem Weg verändern so, viele Einzelfaktoren das Ökosystem und gefährden es. Laut dem Umweltbundesamtes ist der Neckar kein Einzelfall, lediglich befinden sich nur noch 7,4% der deutschen Flüsse in einem guten ökologischen Zustand.[38]

Baden

Baden ist Kultur - und das schon seit über tausend Jahren. Im antiken Rom, Griechenland und Ägypten erlebte das Schwimmen und Baden eine Hochkultur.[39] Während im Mittelalter das Entblößen und Baden verboten wurde, kam mit der Aufklärung die Badekultur als Ort für Austausch zurück.[40] Mit der Industrialisierung und Beginn einer Freizeitgesellschaft wurde das Schwimmen zum Breitensport. Auch im Neckar wurde gebadet, ob in Bad Cannstatt oder direkt gegenüber vom Stuttgarter Gaskessel - alle sprangen ins Wasser.[41] Der Ausbau des Neckars zur Schifffahrtsstraße hat dem Badekult vorerst keinen Abbruch getan.[42] Aufgrund chemischer Belastung durch die Industrie und den städtischen Abwassern wurde das Baden ab 1978 laut Rechtsverordnung verboten.[43] Nicht nur der Neckar, sondern auch viele weitere natürliche Gewässer wie der Rhein litten damals unter starker Umweltbelastung.[44] Damit wurde das Baden und Schwimmen in die Frei-und Schwimmbäder verbannt. Da der Unterhalt sehr kostspielig ist, können viele Kommunen sich die Bäder heute nicht mehr leisten und müssen diese schließen.[45] Als Folge lernen immer weniger Menschen das Schwimmen, die damit zusammenhängende Kultur geht verloren und die Rate Ertrinkender steigt drastisch.[46] Während das Betreiben eines Flussbades wesentlich günstiger wäre, beruft sich die Stadt Stuttgart auf die damaligen Gründe des Badeverbots. Ersteres wird die Wasserqualität genannt - etwa 590 Kläranlagen leiten mehr als 50% der in Baden-Württemberg anfallenden Abwasser in den Fluss. Neben der ständigen Kläreinleitung kann bei Starkregen das Mischwasserkanalsystem überlasten. Auf diesem Weg gelangt verdünntes Schwarzwasser direkt in den Neckar. Zudem gibt es sicherheitsrelevante Themen - steile Uferböschungen und senkrechte Spundwände erschweren Ein- und Ausstieg für Schwimmer*innen. Schleusen-, Wehr- & Kraftwerksbetrieb bieten weiteres Gefahrenpotenzial. Der Neckar ist zudem eine Großschifffahrtsstraße, auf welcher sich Wasserfahrzeuge mit einer Länge von bis zu 105 m bewegen.[47] Um Transformationen im, auf und um Flüsse anzuregen, brauchen wir eine aktive Kultur im Lokalen, die das Zeitalter der ausschließlich industriell-anthropozän geprägten Nutzung von Flüssen überkommt. Auf der Neckarinsel in Stuttgart sollen verschiedenste Projekte aus Kunst, Kultur, Stadtforschung, Bildung und Wissenschaft eine Platz finden, die an einer Etablierung der Flusskultur am Neckar interessiert sind, Inspiration für neue Neckarperspektiven liefern und die gesamte Stadtbevölkerung sowie alle Lebewesen mitdenken. Die Neckarinsel als Dreh- und Angelpunkt im Stadtraum schafft einen Ort für direkten Austausch, Diskurs und Aktionen um gemeinsam über das Mögliche und Denkbare imaginieren und sprechen zu können.

  • ARTE, Unser Wasser. abgerufen am 06.01.2021
  • Bundesamt für Naturschutz, Ökosystemleistungen von Auen und Fließgewässern [https://www.bfn.de/themen/gewaesser-und-auenschutz/oekosystemleistungen-auen.html. abgerufen am 05.05.2021]
  • Netflix, Explained - World’s Water Crisis [https://www.youtube.com/watch?v=C65iqOSCZOY&t=206s. abgerufen am 21.06.2021]
  • Wasserstraßen und Schifffahrtverwaltung des Bundes, Von Fischen und Frachtern [https://fische-frachter.de/wp-content/uploads/2019/03/Geschichte-1.pdf, abgerufen am 15.06.2021]
  • Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, WRRL Bewirtschaftungsplan BG Neckar [https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/ redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/ 3_Umwelt/Schutz_natuerlicher_Lebensgrundlagen/ Wasser/Rechtsvorschriften/WRRL/ Zyklus-1/BWP-1/4_RPS_Chapeau_ BGNeckar.pdf. Seite 21. abgerufen 04.07.2021]
  • Rhein-Neckar-Zeitung [https://www.rnz.de/nachrichten/metropolregion_artikel,-neckar-geschichte-wie-der-neckar-seinen-weg-in-den-rhein-fand-_arid,469337.html. abgerufen 10.10.2021]
  • Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar, [110523_Endfassung_Kompendium_Bundeswasserstraße Neckar.pdf. abgerufen am 20.04.2021]
  • Interview Dr. Birgit Schlichtig (Regierungspräsidium Stuttgart) am 13.04.2021
  • Landeshauptstadt Stuttgart, Beantwortung Anfrage der CDU, 31.05.2021
  • Landesamt für Denkmalpflege (LAD), Unser Neckar [https://www.denkmalpflege-bw.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/unser-neckarkanal.pdf, abgerufen am 15.06.2021]
  • Interview Walter Braun, Wasserstraßen und Schifffahrtverwaltung des Bundes am 17.05.2021
  • Deutsche Bahn, aus: https://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de, abgerufen 07.03.2021
  • Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, [https://www.in.stuttgart.de. abgerufen 15.05.2021]
  • Hafen Stuttgart GmbH [https://www.hafenstuttgart.de. abgerufen 15.05.2021]
  • Interview Julia Hampe, EnBW am 07.06.2021
  • Interview Peter Geiz, Landschaftsarchitekt am 25.03.2021
  • Interview Cornelia Lutz und Wolfgang Maier (Stadtplanungsamt) am 18.05.2021
  • Interview Dr. Birgit Schlichtig (Regierungspräsidium Stuttgart) am 13.04.2021
  • Interview Dr. Christine Baumgärtner (Verband Region Stuttgart) am 06.05.2021
  • SWR - "Industrie Landschaft von Geschichte & Entdeckungen, Der Neckar - Ein Fluss und seine Geschichte", 2017, Abrufdatum 10-12-2019
  • Stadt Stuttgart "Erlebnisraum Neckar - Ein Masterplan für Stuttgart als Stadt am Fluss", 2017, S.63-64
  • Sekretariat der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR), Jahresbericht 2020 europäischen Binnenschifffahrt Marktbeobachtung, 2020
  • Interview Walter Braun (Leiter des WSA Neckar), 20.05.2021
  • CE Delft (2016), STEAM Freight Transport 2016, Emissionen nach Well-to-Wheel-Ansatz
  • Our World in Data [https://ourworldindata.org/energy-mix. abgerufen 24.5.2021]
  • Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar, [110523_Endfassung_Kompendium_Bundeswasserstraße Neckar.pdf. abgerufen am 20.04.2021]
  • wikipedia.org, Neckar [https://de.wikipedia.org/wiki/Neckar. abgerufen am 25.05.2021]
  • stuttgarter-nachrichten.de, Öko-Dilema am Neckar [https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.fischsterben-an-wasserkraftwerken-in-der-region-oeko-dilemma-am-neckar.6fb4ae83-0b3d-4a5e-b5d8-ff2abb206f43.html . abgerufen am 15.06.2021]
  • Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar, [110523_Endfassung_Kompendium_Bundeswasserstraße Neckar.pdf. abgerufen am 20.04.2021]
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
  • Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Energiebericht kompakt 2021 [https://www.statistik-bw.de/Service/Veroeff/Querschnittsver!F6ffentlichungen/806121001.pdf. abgerufen am 26.06.2021]
  • Interview Cornelia Lutz und Wolfgang Maier (Stadtplanungsamt) am 18.05.2021
  • Bundesamt für Naturschutz [https://www.bfn.de/themen/gewaesser-und-auenschutz/oekosystemleistungen-auen.html. abgerufen am 30-02-2021]
  • Prominski, M. (ed.) (2012) Fluss - Raum - Entwerfen: Planungsstrategien für urbane Fließgewässer. Basel: Birkhäuser. S.21ff
  • European River Network [https://www.ern.org/en/fragmentation/. abgerufen am 12.05.2021]
  • Umweltbundesamt [https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/fluesse/zustand/arzneimittelwirkstoffe. abgerufen am 25.05.2021]
  • Bundesamt für Naturschutz [https://www.bfn.de/themen/gewaesser-und-auenschutz/naturschutz-und-bundeswasserstrassen.html. abgerufen am 12.05.2021]
  • Tagesschau [https://www.instagram.com/p/CNCsefAoS2M/. 20.03.2021]
  • ARD, planet-wissen [https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sport/schwimmen/index.html. abgerufen am 05.05.2021]
  • ​​Wikipedia, Badekultur [https://de.wikipedia.org/wiki/Badekultur. abgerufen am 20.06.2021]
  • Stuttgarter-Nachrichten, Baden früher [https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-album-badegeschichten-von-frueher-als-die-stuttgarter-noch-im-neckar-planschten.d29b97d8-099d-468b-9ede-7e3acda41f1a.html. abgerufen am 05.04.2021]
  • Stimme.de, Neckar Aktionstag [https://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/Neckar-wird-bei-Aktionstag-in-den-Fokus-gerueckt;art140897,4255444. abgerufen am 25.06.2021]
  • Landeshauptstadt Stuttgart, Beantwortung Anfrage der CDU, 31.05.2021
  • n-tv.de, Internationaler Schutz für den Rhein [https://www.n-tv.de/panorama/Internationaler-Schutz-fuer-den-Rhein-article947136.html#: ~: text=Die%20Wasserqualit% C3% A4t%20erreichte % 20dennoch%20um, f%C3%BChrte%20ein%20Chemieunfall%20zum% 20Umdenken. abgerufen am 23.05.2021]
  • tagesschau.de, Petition für Schwimmbäder [https://www.tagesschau.de/inland/schwimmbaeder-nichtschwimmer-101.html. abgerufen am 12.06.2021]
  • spiegel.de, Immer weniger Deutsche können schwimmen [https://www.spiegel.de/panorama/dlrg-umfrage-zeigt-zahl-der-nichtschwimmer-in-deutschland-steigt-a-00000000-0003-0001-0000-000001410396. abgerufen am 12.06.2021]
  • Stadt Stuttgart, Gelbe Karte, 2021

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Leierwiesen 27
70180 Stuttgart

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hallo@neckarinsel.eu

Gestaltung Website:
Jule Hägele, Sonja Schwarz, Felix Plachtzik

Fotografien:
Stadtlücken/Martin Mannweiler

Typeface:
Protest Grotesk by Stereotypefaces

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Widerspruchsrecht gegen die Datenerhebung in besonderen Fällen sowie gegen Direktwerbung (Art. 21 DSGVO)

WENN DIE DATENVERARBEITUNG AUF GRUNDLAGE VON ART. 6 ABS. 1 LIT. E ODER F DSGVO ERFOLGT, HABEN SIE JEDERZEIT DAS RECHT, AUS GRÜNDEN, DIE SICH AUS IHRER BESONDEREN SITUATION ERGEBEN, GEGEN DIE VERARBEITUNG IHRER PERSONENBEZOGENEN DATEN WIDERSPRUCH EINZULEGEN; DIES GILT AUCH FÜR EIN AUF DIESE BESTIMMUNGEN GESTÜTZTES PROFILING. DIE JEWEILIGE RECHTSGRUNDLAGE, AUF DENEN EINE VERARBEITUNG BERUHT, ENTNEHMEN SIE DIESER DATENSCHUTZERKLÄRUNG. WENN SIE WIDERSPRUCH EINLEGEN, WERDEN WIR IHRE BETROFFENEN PERSONENBEZOGENEN DATEN NICHT MEHR VERARBEITEN, ES SEI DENN, WIR KÖNNEN ZWINGENDE SCHUTZWÜRDIGE GRÜNDE FÜR DIE VERARBEITUNG NACHWEISEN, DIE IHRE INTERESSEN, RECHTE UND FREIHEITEN ÜBERWIEGEN ODER DIE VERARBEITUNG DIENT DER GELTENDMACHUNG, AUSÜBUNG ODER VERTEIDIGUNG VON RECHTSANSPRÜCHEN (WIDERSPRUCH NACH ART. 21 ABS. 1 DSGVO).

WERDEN IHRE PERSONENBEZOGENEN DATEN VERARBEITET, UM DIREKTWERBUNG ZU BETREIBEN, SO HABEN SIE DAS RECHT, JEDERZEIT WIDERSPRUCH GEGEN DIE VERARBEITUNG SIE BETREFFENDER PERSONENBEZOGENER DATEN ZUM ZWECKE DERARTIGER WERBUNG EINZULEGEN; DIES GILT AUCH FÜR DAS PROFILING, SOWEIT ES MIT SOLCHER DIREKTWERBUNG IN VERBINDUNG STEHT. WENN SIE WIDERSPRECHEN, WERDEN IHRE PERSONENBEZOGENEN DATEN ANSCHLIESSEND NICHT MEHR ZUM ZWECKE DER DIREKTWERBUNG VERWENDET (WIDERSPRUCH NACH ART. 21 ABS. 2 DSGVO).


Beschwerde­recht bei der zuständigen Aufsichts­behörde

Im Falle von Verstößen gegen die DSGVO steht den Betroffenen ein Beschwerderecht bei einer Aufsichtsbehörde, insbesondere in dem Mitgliedstaat ihres gewöhnlichen Aufenthalts, ihres Arbeitsplatzes oder des Orts des mutmaßlichen Verstoßes zu. Das Beschwerderecht besteht unbeschadet anderweitiger verwaltungsrechtlicher oder gerichtlicher Rechtsbehelfe.

Recht auf Daten­übertrag­barkeit


Sie haben das Recht, Daten, die wir auf Grundlage Ihrer Einwilligung oder in Erfüllung eines Vertrags automatisiert verarbeiten, an sich oder an einen Dritten in einem gängigen, maschinenlesbaren Format aushändigen zu lassen. Sofern Sie die direkte Übertragung der Daten an einen anderen Verantwortlichen verlangen, erfolgt dies nur, soweit es technisch machbar ist.


Auskunft, Löschung und Berichtigung

Sie haben im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen jederzeit das Recht auf unentgeltliche Auskunft über Ihre gespeicherten personenbezogenen Daten, deren Herkunft und Empfänger und den Zweck der Datenverarbeitung und ggf. ein Recht auf Berichtigung oder Löschung dieser Daten. Hierzu sowie zu weiteren Fragen zum Thema personenbezogene Daten können Sie sich jederzeit an uns wenden.


Recht auf Einschränkung der Verarbeitung

Sie haben das Recht, die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen. Hierzu können Sie sich jederzeit an uns wenden. Das Recht auf Einschränkung der Verarbeitung besteht in folgenden Fällen:

Wenn Sie die Richtigkeit Ihrer bei uns gespeicherten personenbezogenen Daten bestreiten, benötigen wir in der Regel Zeit, um dies zu überprüfen. Für die Dauer der Prüfung haben Sie das Recht, die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen.

Wenn die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten unrechtmäßig geschah/geschieht, können Sie statt der Löschung die Einschränkung der Datenverarbeitung verlangen.

Wenn wir Ihre personenbezogenen Daten nicht mehr benötigen, Sie sie jedoch zur Ausübung, Verteidigung oder Geltendmachung von Rechtsansprüchen benötigen, haben Sie das Recht, statt der Löschung die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen.

Wenn Sie einen Widerspruch nach Art. 21 Abs. 1 DSGVO eingelegt haben, muss eine Abwägung zwischen Ihren und unseren Interessen vorgenommen werden. Solange noch nicht feststeht, wessen Interessen überwiegen, haben Sie das Recht, die Einschränkung der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen.

Wenn Sie die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten eingeschränkt haben, dürfen diese Daten – von ihrer Speicherung abgesehen – nur mit Ihrer Einwilligung oder zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen oder zum Schutz der Rechte einer anderen natürlichen oder juristischen Person oder aus Gründen eines wichtigen öffentlichen Interesses der Europäischen Union oder eines Mitgliedstaats verarbeitet werden.


3. Datenerfassung auf dieser Website


Anfrage per E-Mail, Telefon oder Telefax

Wenn Sie uns per E-Mail, Telefon oder Telefax kontaktieren, wird Ihre Anfrage inklusive aller daraus hervorgehenden personenbezogenen Daten (Name, Anfrage) zum Zwecke der Bearbeitung Ihres Anliegens bei uns gespeichert und verarbeitet. Diese Daten geben wir nicht ohne Ihre Einwilligung weiter.

Die Verarbeitung dieser Daten erfolgt auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO, sofern Ihre Anfrage mit der Erfüllung eines Vertrags zusammenhängt oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich ist. In allen übrigen Fällen beruht die Verarbeitung auf unserem berechtigten Interesse an der effektiven Bearbeitung der an uns gerichteten Anfragen (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO) oder auf Ihrer Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO) sofern diese abgefragt wurde.

Die von Ihnen an uns per Kontaktanfragen übersandten Daten verbleiben bei uns, bis Sie uns zur Löschung auffordern, Ihre Einwilligung zur Speicherung widerrufen oder der Zweck für die Datenspeicherung entfällt (z. B. nach abgeschlossener Bearbeitung Ihres Anliegens). Zwingende gesetzliche Bestimmungen – insbesondere gesetzliche Aufbewahrungsfristen – bleiben unberührt.


4. Newsletter


Newsletter­daten

Wenn Sie den auf der Website angebotenen Newsletter beziehen möchten, benötigen wir von Ihnen eine E-Mail-Adresse sowie Informationen, welche uns die Überprüfung gestatten, dass Sie der Inhaber der angegebenen E-Mail-Adresse sind und mit dem Empfang des Newsletters einverstanden sind. Weitere Daten werden nicht bzw. nur auf freiwilliger Basis erhoben. Diese Daten verwenden wir ausschließlich für den Versand der angeforderten Informationen und geben diese nicht an Dritte weiter.

Die Verarbeitung der in das Newsletteranmeldeformular eingegebenen Daten erfolgt ausschließlich auf Grundlage Ihrer Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Die erteilte Einwilligung zur Speicherung der Daten, der E-Mail-Adresse sowie deren Nutzung zum Versand des Newsletters können Sie jederzeit widerrufen, etwa über den „Austragen“-Link im Newsletter. Die Rechtmäßigkeit der bereits erfolgten Datenverarbeitungsvorgänge bleibt vom Widerruf unberührt.

Die von Ihnen zum Zwecke des Newsletter-Bezugs bei uns hinterlegten Daten werden von uns bis zu Ihrer Austragung aus dem Newsletter bei uns bzw. dem Newsletterdiensteanbieter gespeichert und nach der Abbestellung des Newsletters oder nach Zweckfortfall aus der Newsletterverteilerliste gelöscht. Wir behalten uns vor, E-Mail-Adressen aus unserem Newsletterverteiler nach eigenem Ermessen im Rahmen unseres berechtigten Interesses nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO zu löschen oder zu sperren.

Daten, die zu anderen Zwecken bei uns gespeichert wurden, bleiben hiervon unberührt.

Nach Ihrer Austragung aus der Newsletterverteilerliste wird Ihre E-Mail-Adresse bei uns bzw. dem Newsletterdiensteanbieter ggf. in einer Blacklist gespeichert, sofern dies zur Verhinderung künftiger Mailings erforderlich ist. Die Daten aus der Blacklist werden nur für diesen Zweck verwendet und nicht mit anderen Daten zusammengeführt. Dies dient sowohl Ihrem Interesse als auch unserem Interesse an der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben beim Versand von Newslettern (berechtigtes Interesse im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO). Die Speicherung in der Blacklist ist zeitlich nicht befristet.

Sie können der Speicherung widersprechen, sofern Ihre Interessen unser berechtigtes Interesse überwiegen.

Quelle: https://www.e-recht24.de